Weingut Fries

Spitzenweine aus Terrassenlagen

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Das Weinjahr 2003

die Ernte des 2003er Jahrgangs war Anfang November beendet und es ist wirklich ein Jahrhundertjahrgang geworden; vergleichbar nur mit 1976 und 1959.
Die Zuckergehalte (Mostgewichte) lagen in nahezu allen Weinbergen auch beim Weißburgunder und Spätburgunder oberhalb der Auslesegrenzen. Unser besonderes Highlight ist aber eine Beerenauslese mit 150°Oechsle und eine Trockenbeerenauslese mit 210° Oechsle aus der Lage Winninger Röttgen.

Obgleich ein hoher Oechslewert für uns nicht das alleinige Kriterium für eine Auslese oder einen Apollo-Terrassen bzw. Uhlen ist. Hier geht es um viel mehr- um Extrakt, Mineralität, Ökologie und Kultur in einer einzigartigen Terrassen- und Kulturlandschaft ... eben um Terroir.

Wir treten mit dem Aufgreifen des Terroirgedankens gemeinsam mit anderen qualitätsorientierten Winzern als Vorreiter für eine Besinnung auf traditionelle, über Jahrhunderte geprägte Weinbereitung ein. Denn längst ist der Wein, wie Bier und Coca-Cola, schon in der modernen Industriegesellschaft angekommen, ganz nach dem Motto „Geschmack ist machbar“. Verfahren, die lange verpönt waren, wie z.B. Mostkonzentrierung zur Oechslesteigerung über Umkehrosmose oder Vakuumverdampfung, der Einsatz von Enzymen und Aromahefen oder die Verwendung von gerösteten Eichenholzspänen, die uns den Geschmack von Vanille bis Barrique bescheren, wurden nun legalisiert.

Terroir aber steht für Klarheit und Transparenz; Weine, die von ihrer Herkunft berichten: von Granit, vom Muschelkalk, von der Asche glühender Vulkane und Schiefersedimenten uralter Meeresböden – nach alten Traditionen ehrlich vinifiziert. Terroir-Weine erzählen von Hitze, Regen und Trockenheit, vom Mikroklima und von menschlicher Arbeit.

Die Herausstellung der Herkunft und des Terroirs bedeutet in ihrer Konsequenz aber auch die Abkehr vom bisherigen Prädikatssystem. Im trockenen und halbtrockenen bzw. feinherben Segment verzichten wir daher auf die Begriffe Spät- und Auslese und ersetzen diese durch ihr unverwechselbares Terroir mit den Bezeichnungen Apollo-Terrassen, Uhlen und Röttgen. Lediglich bei unseren fruchtsüßen Weinen bleiben Spät- und Auslese erhalten.

Der Terroir-Gedanke ist aber ein Bewusstsein, das weltweit immer mehr Winzer ergreifen, um ihr kulturelles Erbe zu retten. Es vereinigt kritische Weintrinker und engagierte Winzer, Genießer und Naturliebhaber.

Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen und genussreiche Stunden beim Verkosten unserer Weine.

Viele Grüße von der Terrassenmosel

Anke und Reiner Fries

Letzte Änderung: 2005-11-14 14:21

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