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Weltmeister werben für den WM-Wein
Weltmeisterlich. 219 Tage, bevor in Kaiserslautern das erste WM-Spiel angepfiffen wird, präsentierte sich ein deutsches "Team" am Sonntagabend bereits als echter Champion. Die "Spieler": Der Moselort Winningen, Sportbund und Fußballverband Rheinland sowie Lotto Rheinland-Pfalz. Und: Star-Koch Johann Lafer. Mit viel "Pfiff" zauberte der Exquisit-Kulinarisches - zur Präsentation des Winninger WM-Weines 2006 in der August-Horch-Halle.
WINNINGEN. Mit vielen kleinen schwarz-rot-goldenen Fahnen standen die Spieler der Winninger F-Jugend am Eingang der August-Horch-Halle Spalier. Kräftig winken sollten sie für die Stars des Abends - was sich jedoch als kleiner Generationen-Konflikt entpuppte.
Lautstark umjubelten die Nachwuchs-Kicker so Jürgen Klopp, Trainer von Mainz 05. Und auch Stefan Kuntz, Manager der Koblenzer TuS und Europameister, hatte Mühe, sich seinen Weg durch das Fahnenmeer zu bahnen. Bei Horst Eckel und Ottmar Walter blieb das stürmische Flaggen-Wedeln dagegen erst einmal aus. Ob ihres jugendlichen Alters mag das den Jungs, Jahrgang 1995 und jünger, jedoch verziehen sein. Schließlich hatten sie zwei Helden von Bern vor sich, Weltmeister von 1954 also. Und denen war im Anschluss ohnehin noch Scheinwerferlicht zur Genüge vergönnt.
Denn eine illustre Schar von ganz, ganz Großen aus der Welt des Sports war quasi das von Moderatorin Barbara Harnischfeger präsentierte und im wahrsten Sinne des Wortes "weltmeisterliche" Extra-Dessert zu jedem Gang, den ein Weltmeister an Herd und Ofen, nämlich Star-Koch Johann Lafer, wenig später an den festlich gedeckten Tafeln in der August-Horch-Halle servierte.
In einem Team mit echten Champions - mit dem Sportbund und dem Fußballverband Rheinland, Lotto Rheinland-Pfalz und dem Moselort Winningen - sorgte Lafer mit seiner Stromburg-Mannschaft und einem exquisiten Drei-Gänge-Menü für den kulinarischen Rahmen der offiziellen Präsentation des Winninger Weltmeisterschaftsweines 2006, eines 2004er Apollo-Terrassen-Rieslings aus dem Weingut Fries. 219 Tage, bevor im Kaiserslauterer Fritz-Walter-Stadion das erste WM-Spiel angepfiffen wird, war das erste deutsche "Fifa-Match" im Vorfeld, wenngleich nur mit Messer, Gabel und Weinglas ausgetragen statt mit dem Fußball, damit ein WM-Sieg auf ganzer Linie.
Der "Spielverlauf" im Detail: Zu Lafers "Blumenkohlschaum mit geräuchertem Stör und eingelegter Riesengarnele" servierte Barbara Harnischfeger den sportlichen Smalltalk mit den beiden "Bern-Wundern" Eckel und Walter. Eine wahrlich ebenbürtige Kombination, was auch für die "Halbzeit-Pausen" galt. In denen sorgten unter anderem die Winninger Trachten- und Tanzgruppe und die Mainzer Hofsänger für den adäquaten Augen- und Ohrenschmaus, bevor der Gaumen wieder an der Reihe war. Eine Kreation aus "Ochsenfilet und -bäckchen mit Spitzkohl und Kartoffel-Trüffelpüree" lachte die Gäste von den WM-Gala-Tellern an, auf der Bühne strahlte Gewichtheber Ronny Weller (natürlich auch ein Weltmeister ...) von der Wein-Waage herab in den Saal. Schließlich mussten die Winninger Weinmajestäten stolze 140,5 Kilo an Eisengewichten aufladen, um Weller ins Gleichgewicht zu bringen. Umgerechnet in Weltmeisterschafts-Riesling waren das 120 Flaschen, die im Anschluss für ebenfalls stolze 2000 Euro versteigert wurden. Genau wie der restliche Erlös des Abends - die rund 150 Gäste hatten immerhin mit 75 Euro in den Geldbeutel gegriffen, um unter anderem auch neben Tischtennis-Weltmeister Steffen Fetzner, Fecht-Champion Peter Joppich oder Schiedsrichter Dr. Markus Merck Platz zu nehmen - fließt dieses Geld der Heimkinder-Aktion von Oddset, der Sportwette von Lotto Rheinland-Pfalz, zu. 60 Waisen sollen damit für einen Tag ebenfalls zu Weltmeistern werden. Zumindest als Zuschauer bei einem WM-Spiel auf dem Kaiserslauterer Betzenberg.
Quelle: Rhein-Zeitung, Annette Herrmann, 2005-11-09
Letzte Änderung: 2005-11-28 14:44
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