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Das Weinjahr 2007
Liebe Weinfreunde,
während die Tage nun immer kürzer werden, die sich verfärbenden Blätter von einem vergangenen Sommer berichten und die ersten Winzer in warme Kleidung gehüllt in den hohen Terrassen die Reben schneiden, ist es in den Weinkellern sehr heimelig geworden. Die aus den Fässern durch wassergefüllte Gärröhren entweichenden Gärgase (CO²) spielen ihr eigenes Konzert. So komponiert jedes Fass seine eigene Melodie, die mit jedem „Blubb“ beim Durchstoßen der Gasblase durch das Wasserbad von seiner Weinwerdung berichtet: die Bässe werden von den langsam gärenden, oft mit hoher Traubensüße geadelten Weinen gespielt, während andere Weine sehr ungestüm, ja schier aufgeregt als Sopran ihrer Weinwerdung entgegenfiebern.
In dieser Zeit hat jeder Keller seine eigene Romantik, die mit ihren vielfältigen Gäraromen nach Hefe, Pfirsich, Vanille und Apfel für ein arbeitsreiches Winzerjahr entlohnt und den zufriedenen Winzer melancholisch besäuselt und umschmeichelt.
Es war aber auch wieder ein toller Jahrgang.
Nach dem wärmsten Winter aller Zeiten folgte ein außergewöhnlich früher Austrieb und der früheste Blütebeginn, der in Aufzeichnungen festgehalten wurde. Der Vegetationsvorsprung war enorm und lag zeitweise noch 3 Wochen vor den letzten sehr frühen Weinjahrgängen. Wir Winzer mussten schon einen Erntebeginn Anfang September für den Riesling befürchten. Denn bei hochsommerlichen Temperaturen während der wichtigen Beerenreife kann die Einlagerung der für uns geschmacklich so wichtigen Mineralien über die Wurzeln mit der Zuckereinlagerung über die Blätter nicht mithalten. Wie bei einem in wenigen Wochen unter südlicher Sonne gereiften Apfel geht uns dann viel an Aromenvielfalt und Mineralität verloren. Besonders in warmen Nächten werden von den Beeren sogar viele für uns wichtige Aromen verstoffwechselt und sind somit zunichte.
Der Sommer blieb aber zu Gunsten der Winzer deutlich hinter seinen Erwartungen zurück. Es gab ausreichend Regentage und nur selten stiegen die Temperaturen über 30°C. So schmolz der Vegetationsvorsprung langsam dahin bis wir die Rieslingernte wie gewohnt im Oktober beginnen konnten. Besonders die kühlen Nächte während der Beerenreife sicherten uns ein Maximum an Fruchtaromen. 2007 war somit wieder ein hochreifer Jahrgang, mit sicherlich einer der längsten Vegetationsperioden überhaupt. Wir dürfen also erneut gespannt sein auf gehaltvolle, fruchtige Weine, die mit ihrer Mineralität von einzigartigen Schieferformationen und unzähligen Felsenterrassen berichten.
Berichten möchten wir Ihnen aber auch, dass 2007 wieder viele unserer Weine neben zahlreichen goldenen Prämierungen große Anerkennung fanden. So wurde unser 2006er Weißburgunder von 17.000 angestellten Weinen als einer von 20 Siegerweinen überregional ausgezeichnet und reiht sich damit ein in den bereits dritten Siegerwein aus unserem Weingut - in Folge. Für uns eine tolle Sache und Bestätigung unserer Qualitätsphilosophie.
Auf Ihr Wohl und herzliche Grüße von der Terrassenmosel
Ihre Familie Fries
Letzte Änderung: 2008-02-19 09:55
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